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Bienenparadies Ruderalfläche

Die Anlage einer Ruderalfläche bietet die optimale Grundlage für eine effektive Wildbienenförderung. 

1. Was sind Ruderalflächen?

Ruderalflächen sind gestörte, nur spärlich bewachsene Standorte, welche in der Natur unter anderem durch Erdrutsche oder Ablagerungen entlang von Gewässern entstehen. Auch menschliche oder tierische Aktivität kann solche Standorte hinterlassen, beispielsweise auf Brachflächen, nur gelegentlich genutzten Wegen und Plätzen oder auf Viehweiden.

Aufgrund fehlender Konkurrenz können sich auf Ruderalflächen spezialisierte und wertvolle Pionierpflanzen ansiedeln.

 

2. Ruderalflächen und Wildbienenschutz

Trockenwarme und nährstoffarme Ruderalflächen auf kiesigem Untergrund sind für Wildbienen in mehrerlei Hinsicht besonders wertvoll: Auf solchen Flächen gedeihen Pflanzen, welche in der Landschaft nur noch selten vorzufinden, für Wildbienen jedoch von grosser Wichtigkeit sind. Zudem sind Ruderalflächen nur lückig bewachsen und bieten mit den vielen offenen Bodenstellen attraktive Nistmöglichkeiten für Bodennister. Nicht zuletzt fühlen sich die wärmeliebenden Wildbienen in diesem speziellen Mikroklima besonders wohl.

 

3. Anlage einer Ruderalfläche

Die Anlage einer Ruderalfläche im eigenen Garten ist kein kompliziertes, aber ein durchaus aufwändiges Unterfangen. Für die gezielte Wildbienenförderung zahlt sich die Mühe jedoch auf jeden Fall aus!

Falls Sie selbst Hand anlegen möchten, empfehlen wir Ihnen das Kapitel Ruderalflur aus dem Praxishandbuch «Natur braucht Stadt – Mehr Biodiversität in Bern». Sollten Sie lieber Hilfe in Anspruch nehmen wollen, dann wenden Sie sich am besten an einen spezialisierten Naturgartenbetrieb.

 

4. Bepflanzung einer Ruderalfläche

Eine Ruderalfläche kann mittels Einsaat und/oder Staudensetzlingen bepflanzt werden. Spannend und durchaus wertvoll ist es auch, einige Flächen der Natur zu überlassen. Mit der Zeit werden sich dort ganz von alleine Pflanzen einfinden.

Bei der Suche nach passenden Wildstauden hilft Ihnen floretia.ch, entsprechende Bezugsquellen sind in unserem Artikel Gärtnereien aufgelistet. Gute Samenmischungen für Ruderalflächen finden Sie unter anderem bei Artha Samen.

 

5. Kleinstrukturen auf Ruderalflächen

Ruderalflächen können wunderbar mit Kleinstrukturen ergänzt werden. Diese kommen sowohl verschiedenen Bienenarten als auch dem Auge der BetrachterInnen zugute.

  • Sandhaufen oder Sandlinsen werden von bodennistenden, teils auch seltenen und spezialisiersten Arten besiedelt.
  • Totholzstrukturen aus gröberen Ästen oder Stämmen werden von morschholznistenden Wildbienen bezogen. Wenn Käferfrassgänge vorhanden sind oder künstliche Löcher gebohrt werden, nisten sich dort auch Holraumbewohner ein.
  • – Auch in den Spalten von Trockenmauern legen einige hohlraumnistende Wildbienen ihre Kinderstuben an.
  • – Steinhaufen und einzelne grössere Steine sorgen für Struktur und manche Arten nisten versteckt in ihrem Schutz.

 

6. Pflege einer Ruderalfläche

Die Pflege einer Ruderalfläche gestaltet sich ziemlich einfach. Entsprechende Tipps finden Sie ab Seite 101 im Kapitel Ruderalflur des Praxishandbuchs «Natur braucht Stadt – Mehr Biodiversität in Bern». Um eine Nährstoffanreicherung zu vermeiden, kann bei Bedarf das Herbstlaub vorsichtig beseitigt werden.

Es ist im Übrigen überhaupt kein Problem, die Ruderalfläche gelegentlich zu betreten. Sollten sich dort bereits bodennistende Wildbienen angesiedelt haben, können Sie darauf natürlich etwas Rücksicht nehmen, auch wenn die Nestanlagen grundsätzlich nicht so schnell kaputtzukriegen sind. Zudem sind gelegentliche Störungen sogar von Vorteil, da sie den Boden offenhalten.

 

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