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Niststrukturen im Wald

Wildbienen sind für den Bau ihrer Nester auf verschiedene Kleinstrukturen angewiesen. Die wichtigsten Niststrukturen für waldbewohnende Wildbienen sind Totholz, lückig bewachsene Bodenstellen und Brombeergebüsche. Besonders wichtig ist, dass sich die Nistplätze an einem gut besonnten Standorten befinden.

Kürzlich aufgewerteter Waldrand mit stehendem Totholz und weiteren Niststrukturen für Wildbienen (Bild: Philipp Heller)

1. Totholz

Für die Wildbienen im Wald sind Totholzstrukturen besonders wichtig. Viele waldbewohnende Arten legen ihre Nester in Käferfrassgängen im Totholz an oder nisten in selbstgenagten Gängen im Morschholz.

Die Nester werden hauptsächlich im Starkholz (Baumstämme, Baumstrünke, starke Äste) angelegt. Asthaufen mit dünnen Ästen nützen den Wildbienen wenig. Totholz von Laubbäumen ist deutlich beliebter als Nadelholz. Zudem wird das Totholz von den Wildbienen nur dann zum Nisten genutzt, wenn es während mehrerer Stunden am Tag voll besonnt ist.

Empfehlungen:

  • stehendes Totholz erhalten und freistellen
  • einzelne Bäume ringeln statt fällen
  • beim Fällen von Bäumen einen hohen Strunk von 1-2 Metern stehenlassen, noch besser mit einer Erntemaschine auf einer Höhe von 2–3 Metern kappen
  • bestehende Totholzstrukturen bei der Waldrandpflege freistellen
  • liegendes Starkholz (Stämme und starke Äste) an sonnige Stellen transportieren und nach Möglichkeit in die Höhe stapeln; Starkäste auf Asthaufen ganz oben ablagern
  • Totholzstrukturen mit wenigen Käferfrassgängen zusätzlich mit ein paar Dutzend künstlichen Bohrlöchern (Durchmesser 2-10 mm) aufwerten, was ihren Wert für Wildbienen massiv erhöht

2. Lückig bewachsene Bodenstellen

Die meisten Wildbienenarten nisten in selbstgegrabenen Gängen im Erdboden. Dafür benötigen sie lückig bewachsene Bodenstellen an gut besonnten Standorten. Im Wald besiedeln sie beispielsweise Wegränder, spärlich bewachsene Böschungen, Abrisskanten oder erdige Wurzelteller. Nach einer Auslichtung können Wildbienen auch vorübergehend im noch unbewachsenen Waldboden nisten.

Empfehlung: Achten Sie bei bei der Waldrandpflege darauf, dass offene Bodenstellen freigestellt und durch wiederkehrende Eingriffe (Mahd / Auslichtung) offengehalten werden.

3. Brombeergestrüpp

Einige Wildbienenarten legen ihre Nester im Mark dürrer Pflanzenstängel an. Dicke, abgestorbene Ranken von Brombeergebüschen an sonniger Lage sind die wichtigsten Nistgelegenheiten für diese Wildbienenarten. Da Brombeeren im Frühsommer zur allgemein blütenarmen Zeit blühen, kommt ihnen eine doppelt wichtige Rolle für die Wildbienen zu.

Die niedrigwachsenden Brombeerbestände, die den Waldboden oftmals lückenlos bedecken, haben zu dünne Ranken und kommen in der Regel nicht zur Blüte. Nur hochwachsendes Brombeergestrüpp mit mindestens 0.5 – 1 cm dicken Ranken ist für Wildbienen von Bedeutung.

Empfehlung: Lassen Sie an der einen oder anderen gut besonnten Stelle am Waldrand, auf einem Kahlschlag oder im Bereich einer Grube das Aufkommen eines Brombeergestrüpps zu. Durch das Kappen dicker Brombeerranken mit einer Gartenschere lässt sich der Wert als Nistplatz zusätzlich stark erhöhen. Schnittgut von Brombberen und anderen markhaltigen oder hohlen Pflanzen (z.B. Holunder) wird auch besiedelt, wenn man mit den Stängeln und Ästen an sonniger Lage einen Asthaufen erstellt.

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