Garten

Wildbienenförderung im Frühling

Die Natur erwacht und uns zieht es wieder nach draussen. Machen Sie Ihren Balkon oder Garten fit für die Wildbienen und freuen Sie sich auf ein baldiges Blühen und Summen.

1. Planen, Vorbereiten, Loslegen

Damit die Wildbienenförderung auf Balkon und im Garten mit möglichst grossem Erfolg daherkommt, lohnt es sich, ein Bisschen Zeit in die Planung und Vorbereitung zu stecken.

Zahlreiche wertvolle Tipps für eine naturnahe Gartenpflege im Frühling finden Sie hier. Eine sehr gute Übersicht zu wildbienenfreundlichen Massnahmen im Siedlungsraum finden Sie auch im Merkblatt der Plattform Bienenzukunft Wildbienen fördern im Siedlungsgebiet.

Viele weitere Informationen finden Sie auch bei uns unter Wildbienenförderung – Infos für Haus und Garten sowie in den Folgekapiteln.

 

2. Pflanzung von einheimischen Wildstauden

Wildstauden können bereits ab März in Töpfe gesetzt oder direkt in den Garten gepflanzt werden. Falls Sie ein neues Wildstaudenbeet anlegen möchten, lohn es sich, den Boden zuvor zu bearbeiten. Nähere Angaben zur Anlage eines Wildstaudenbeetes finden Sie bei naturimgarten.ch

Die folgenden Informationsquellen helfen bei der Auswahl besonders wildbienenfreundlicher Stauden für Ihren Garten oder Balkon:

Bezugsquellen für einheimische Wildstauden finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien.

Wenn Sie bereits über prächtige Stauden in Ihrem Garten verfügen, können Sie diese im zeitigen Frühjahr ganz einfach durch Teilung vermehren. Damit sorgen Sie gleichzeitig auch für die Gesundheit und Blühfreude Ihrer Pflanzen. Mehr Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel.

 

3. Ausbringung von Samen

Die meisten Wildpflanzenmischungen können ab April ausgebracht werden. Für die Anlage von Blumenwiesen und -rasen empfehlen wir die Broschüre Blumenreiche Lebensräume und Wildbienen im Siedlungsraum von BirdLife, speziell die Seiten 35-37.

Anbieter von wildbienenfreundlichen Samenmischungen finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien.

 

Bild: pixabay

4. Schaffung von Nistplätzen

Neben einem ausreichenden Blütenangebot sind Wildbienen auch dringend auf das Vorhandensein geeigneter Niststrukturen angewiesen. Weitere Informationen und konkrete Tipps finden Sie in unserem Artikel Nistplätze für Wildbienen.

 

5. Schaffung von Ruderalflächen

Ruderalflächen sind besonders wertvolle Standorte für Wildbienen, denn diese stellen den geeigneten Nährboden für eine grosse Zahl wildbienenfreundlicher Pflanzen. Viele dieser Pflanzen entfalten ihre Blüten in den Sommermonaten – also dann wenn das Nahrungsangebot für Wildbienen besonders knapp ist. Auch finden bodennistende Wildbienen an diesen Standorten dringend benötigte Nistmöglichkeiten.  Die Anlage solcher nährstoffarmer Flächen ist in den meisten Fällen mit einem gewissen Initialaufwand verbunden, welcher sich jedoch absolut lohnt. Mehr zum Thema können Sie unserem Artikel Ruderalflächen entnehmen.

 


Blütenangebot für Wildbienen

Seit Jahrzehnten verliert unsere Umwelt ihren Blütenreichtum, mit dramatischen Folgen für unsere Wildbienen. Gründe dafür sind vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft sowie die zunehmende Zersiedelung. Der resultierende Mangel an Nahrungsressourcen bedroht Wildbienenbestände schweizweit. Daher ist eine Erhöhung des Blütenangebotes die dringlichste Massnahme zum Schutz und zur Förderung von Bienen. 

Jeder und jede kann zur Förderung unserer Bestäuber beitragen. Ob im Garten, auf dem Balkon oder Fensterbrett: jede Blüte zählt. Bringen Sie Ihre Umwelt zum Blühen – und erfreuen Sie damit nicht nur die Wildbienen!

1. Bienen und Blüten

Blüten dienen Bienen als Quelle für Pollen und Nektar.

Den zuckenhaltigen Nektar benötigen Bienen zur eigenen Energie- und Flüssigkeitsversorgung, als Teil der Brutnahrung und auch für den Nestbau. Bei der Honigbiene bildet Nektar eine wichtige Grundlage für die Honigproduktion. Beim Nektarkonsum können einzelne Bienenarten zwar gewisse Vorlieben aufweisen, eine Spezialisierung gibt es hier jedoch nicht, da der Nektar aller Blüten potenziell nutzbar ist.

Anders sieht es beim proteinhaltigen Pollen aus, welchen die Wildbienen vorwiegend zur Brutversorgung nutzen. Viele Arten haben sich spezialisiert und sind für die Ernährung ihres Nachwuchses auf das Vorhandensein ganz bestimmter Pflanzen angewiesen. Aufgrund dieser Einschränkung finden sich unter den spezialisierten Wildbienen heute besonders viele bedrohte und seltene Arten. Daher ist es für eine effektive Wildbienenförderung besonders wichtig, die Bedürfnisse dieser Pollenspezialisten zu beachten.

Einige Bienenarten nutzen auch die Blütenöle oder sogar Stückchen von Blütenblättern, mit denen sie ihre Brutzellen tapezieren.

 

2. Förderung von Wildbienen mit einheimischen Wildstauden

Für die Bienenförderung eignen sich einheimische Wildstauden besonders gut, denn unsere Wildbienenfauna hat sich im Laufe der Evolution mit diesen Pflanzen perfekt eingespielt. Sie sind zumeist auch robuster und pflegeleichter als importierte Zierpflanzen und versamen sich auch noch selber.

Das Angebot an einheimischen Wildstauden im Handel ist mittlerweile erfreulich gross. Bei der Auswahl können Sie sich ganz einfach direkt an den Vorlieben und Spezialisierungen unserer Wildbienen orientieren. Entsprechende Tipps finden Sie beim Verein Natur im Siedlungsraum.

Auch die kostenlosen Web-Anwendungen Floretia und FuturePlanter helfen Ihnen, die für Ihren Standort passenden Blühpflanzen zu finden.

Viele grosse Gartencenter führen bereits ein Wildstauden-Sortiment. Manchmal finden sich hier trotzdem nicht-einheimische und sogar invasive Arten, diese lassen sich aber mit einem Blick ins kostenlose Online-Tool von floretia.ch schnell enttarnen.

Eine Übersicht von Wildstauden-Gärtnereien in Ihrer Region sowie online-Bezugsquellen finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien.

Wildstauden können Sie als Setzlinge kaufen und in vielen Fällen auch mittels Samen ansiedeln. Tipps und Tricks rund um die Ansiedlung von Wildstauden gibt es im Ratgeber der Staudengärtnerei Gaissmayer.

 

3. Förderung von Wildbienen mit Blumenwiesen und -rasen

Die Anlage blumenreicher Wiesen oder Rasen auf grösseren Flächen stellt eine besonders wertvolle Massnahme zur Wildbienenförderung dar. Aber auch kleinere Inseln können von grossem Nutzen sein. Eine blosse Einsaat in bereits bestehende, noch blütenarme Rasen oder Wiesen führt jedoch leider selten zu Erfolg. Blumenwiesen und -rasen sind daher mit einem gewissen Initialaufwand verbunden, der sich mittel- bis langfristig jedoch immer auszahlt.

Für die Anlage von Blumenwiesen und -rasen empfehlen wir die Broschüre Blumenreiche Lebensräume und Wildbienen im Siedlungsraum von BirdLife, speziell die Seiten 35-37.

Bezugsquellen für geeignete Saatmischungen finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien.

Tipps für eine biodiversitätsfreundliche Mahd finden Sie in diesem Beitrag von SRF.

 

4. Förderung von Wildbienen mit Bäumen und Sträuchern

Auch die Blüten von Bäumen und Sträuchern stellen für Wildbienen wichtige Pollen- und Nektarquellen dar. Besonders wertvoll für die Wildbienenförderung sind Weiden (Salix), auf deren Pollen mehrere Arten spezialisiert sind. Stecklinge können Sie im Handel beziehen oder Weiden auch selbst vermehren – mit der Anleitung von Wivena ist das relativ einfach.

Eine Übersicht der Anbieter von Gehölzen finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien. Eine Auflistung für Wildbienen wichtiger Bäume und Sträucher können Sie hier einsehen.

Allgemeine Informationen und Tipps zur Pflanzung von Bäumen und Sträuchern finden Sie in der BirdLife Praxishilfe Bäume und Sträucher im Siedlungsraum (ab S. 23).

 

5. Förderung von Wildbienen mit Blumenzwiebeln

Einige Bienenarten fliegen bei vorteilhaften Wetterbedingungen bereits sehr früh im Jahr (ab Ende Februar / Anfang März). Frühblühende Zwiebelpflanzen wie zum Beispiel Krokusse, Traubenhyazinthen oder Blausterne bieten dann die mit einzigen Nahrungsquellen.

Das Setzen der Zwiebeln sollte im Herbst stattfinden. Die einzige Herausforderung liegt beim Bezug von Blumenzwiebeln guter Qualität: Bei den besten Anbietern ist das Sortiment meistens schnell ausverkauft. Eine frühzeitige Bestellung lohnt sich.

Die von uns empfohlenen Bezugsquellen finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien.

 

6. Förderung von Wildbienen mit Küchenkräutern und Gemüse

Die Blüten vieler Pflanzen, die wir im Garten oder auf dem Balkon für den eigenen Verzehr anbauen, stellen auch für Wildbienen wichtige Nahrungsquellen dar. Mediterrane Kräuter wie Salbei, Oregano, Rosmarin, Thymian oder Lavendel sind sehr beliebt, ebenso Heilkräuter wie die Kamille. Auch die Blüten von Gemüsesorten wie Kohl oder Fenchel werden gerne besucht – eine heimische Wildbiene ist sogar auf den Pollen von Lauch-Arten spezialisiert. Die Wildbienen wissen es zu schätzen, wenn Sie einen Teil dieser Pflanzen einfach ausblühen lassen.

 

7. Förderung von Wildbienen mit nicht-einheimischen Zierpflanzen

Auch viele importierte Zierpflanzen können Wildbienen als wertvolle Pollen- und Nektarquellen dienen. Besonders beliebt scheinen Pflanzen aus dem Mittelmeerraum zu sein. Es spricht also nichts dagegen, wenn Sie den Garten auch mit diesen Gewächsen bereichern. Im Sinne der allgemeinen, heimischen Biodiversitätsförderung empfehlen wir dennoch, den Fokus auf einheimische Pflanzen zu legen.

 


Wildbienenförderung im Herbst

Wenn sich Flora und Fauna so langsam auf den Winter vorbereiten, können Sie in Ihrem Garten noch wunderbar aktiv werden. Der Herbst ist für die Wildbienenförderung besonders wichtig, da viele Massnahmen bevorzugt oder nur in dieser Saison umgesetzt werden können. Ob für eine Erhöhung des Blütenangebots oder die Anlage von Nistplätzen: Nutzen Sie die sonnigen Herbsttage und bereiten Sie Ihren Aussenraum für die Wildbienen der kommenden Saison vor.

1. Gartenpflege im Herbst

Lassen Sie einige verblühte und verdorrte Pflanzen mit dicken, markhaltigen Stängeln (z.B. Königskerzen, Disteln, Beifuss) stehen, damit sie sie im nächster Jahr von markstängelnistenden Bienen als Kinderstuben genutzt werden. Auch beim Zurückschneiden von Brombeeren und Heckenrosen sollten Sie einzelne dicke, abgestorbene Stängel auslassen und nur am Ende kappen, damit dort im Folgejahr Wildbienen einziehen können. Oder bieten Sie abgeschnittene Stängel als Nisthilfen für Markstängelbewohner an.

Beim Mähen und Beseitigen von Laub lohnt sich ein wenig Zurückhaltung. Vor allem in Randbereichen könnten sich Hummelköniginnen zur Überwinterung eingenistet haben.

 

2. Schaffung von Nistplätzen für die nächste Wildbienensaison

Der Herbst ist der ideale Zeitpunkt für die Neuanlage von dringend benötigten Nistplätzen für Wildbienen. Dabei beschränken sich Ihre Möglichkeiten wie auch die Bedürfnisse der Wildbienen keinesfalls nur auf sogenannte Wildbienenhotels.

Sofern Sie über gut besonnte Aussenplätze verfügen, empfehlen wir Ihnen die Anlage einer Sandnisthilfe für bodennistende Wildbienen. Damit fördern Sie die grösste Nistergruppe unter den Wildbienen und unterstützen auch bedrohte und seltene Arten. Eine Anleitung und weiterführende Informationen hierzu gibt es beim Verein Natur im Siedlungsraum.

Sie können aber auch weitere Wildbienenarten fördern, indem Sie z.B. Trockenmauern anlegen, Pflanzen mit markhaltigen Stängeln anpflanzen oder Ihren Garten mit Tot- und Morschholz aufwerten.  Mehr dazu finden Sie in unserem Artikel Nistplätze für Wildbienen.

 

3. Pflanzung von Blumenzwiebeln

Einige Bienenarten fliegen bei vorteilhaften Wetterbedingungen bereits sehr früh im Jahr – schon ab Ende Februar bzw. Anfang März! Frühblühende Zwiebelpflanzen wie zum Beispiel Krokusse bieten solchen Bienen die dringend benötigte Nahrung in diesen noch kargen Zeiten. Gesetzt werden die entsprechenden Blumenzwiebeln im Herbst.

Für Bienen besonders wertvoll sind folgende Pflanzen:

    • Krokusse
    • Traubenhyazinthen
    • Blausterne
    • Laucharten
    • Schneeglöckchen
    • Winterlinge

Das Setzen der Knollen gestaltet sich sehr einfach. Eine Herausforderung liegt jedoch im Bezug von Blumenzwiebeln guter Qualität: bei den besten Anbietern ist das Sortiment schnell ausverkauft. Empfehlenswerte Bezugsquellen für Blumenzwiebeln finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien.

 

3. Pflanzung von einheimischen Wildstauden

Im Gegensatz zu vielen Kultur- und Zierpflanzen können Wildpflanzen nicht nur im Frühjahr, sondern auch wunderbar im Herbst gepflanzt werden. Oftmals geht das sogar mit besseren Resultaten einher! Die im Boden gespeicherte Wärme und generelle Feuchtigkeit sorgen für optimale Anwachsbedingungen. Vor Eintritt des Frostes können die jungen Pflänzchen noch gut an ihrem neuen Standort anwurzeln und im Frühling umso mehr Energie in Wachstum und Blütenentwicklung stecken.

Die folgenden Informationsquellen helfen bei der Auswahl besonders wildbienenfreundlicher Stauden für Ihren Garten oder Balkon:

Bezugsquellen für einheimische Wildstauden finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien.

Wenn Sie bereits über prächtige Stauden in Ihrem Garten verfügen, können Sie diese im Herbst ganz einfach durch Teilung vermehren. Damit sorgen Sie gleichzeitig auch für die Gesundheit und Blühfreude Ihrer Pflanzen. Mehr Informationen dazu finden Sie in diesem Artikel.

 

5. Pflanzung von Gehölzen

Die Blüten vieler Bäume und Sträucher bieten Wildbienen eine wertvolle Pollen- und Nektarquelle. Der Spätherbst ist der beste Zeitpunkt für ihre Pflanzung. Besonders wertvoll sind Weiden (Salix), denn viele Arten sind auf ihren Pollen spezialisiert.

Sie können Weiden-Steckhölzer im Handel beziehen, oder auch ganz einfach selbst vermehren. Eine Anleitung finden Sie bei Wivena.

Eine Liste für Wildbienen wertvoller Bäume und Sträucher finden sie hier. Bezugsquellen für Gehölze haben wir in unserem Artikel Gärtnereien aufgelistet. Allgemeine Tipps zur Pflanzung von Bäumen und Sträuchern finden Sie in der BirdLife Praxishilfe Bäume und Sträucher im Siedlungsraum (ab S. 23).

 

6. Ausbringung von kaltkeimenden Samen

Einige einheimische Pflanzen (z.B. Doldenblütler) benötigen für die Keimung Ihrer Samen kältere Temperaturen oder gar Frost. Der Herbst ist ein guter Zeitpunkt solche Samen auszubringen.

 

7. Schaffung von neuen Pflanzenlebensräumen

Der Herbst ist hervorragend dafür geeignet, den Boden für Neubepflanzungen vorzubereiten. Besonders wertvoll sind Ruderalflächen, denn diese stellen den geeigneten Nährboden für eine grosse Zahl wildbienenfreundlicher Pflanzen. Die Anlage solcher nährstoffarmer Standorte ist in den meisten Fällen mit einem gewissen Initialaufwand verbunden, welcher sich jedoch absolut lohnt. Mehr zum Thema können Sie unserem Artikel Ruderalflächen entnehmen.