Blütenangebot

Bienenfreundliche Bepflanzungen

Seit Jahrzehnten verliert unsere Umwelt ihren Blütenreichtum, mit dramatischen Folgen für Wildbienen und weitere Bestäuber. Der Mangel an geeigneten Nahrungsressourcen bedroht Wildbienenbestände schweizweit. Daher ist eine Erhöhung und Optimierung des Blütenangebotes die dringlichste Massnahme zum Schutz und zur Förderung von Bienen.

Wiesenbrache mit artenreicher Flora (Bild: Albert Krebs)

1. Bienen und Blüten

Blüten dienen Bienen als Quelle für Pollen und Nektar.

Den zuckenhaltigen Nektar benötigen Bienen zur eigenen Energie- und Flüssigkeitsversorgung, als Teil der Brutnahrung und auch für den Nestbau. Bei der Honigbiene bildet Nektar eine wichtige Grundlage für die Honigproduktion. Beim Nektarkonsum können einzelne Bienenarten zwar gewisse Vorlieben aufweisen, eine Spezialisierung gibt es hier jedoch nicht, da der Nektar aller Blüten potenziell nutzbar ist.

Anders sieht es beim proteinhaltigen Pollen aus, welchen die Wildbienen vorwiegend zur Brutversorgung nutzen. Viele Arten haben sich spezialisiert und sind für die Ernährung ihres Nachwuchses auf das Vorhandensein ganz bestimmter Pflanzen angewiesen. Aufgrund dieser Einschränkung finden sich unter den spezialisierten Wildbienen heute besonders viele bedrohte und seltene Arten. Daher ist es für eine effektive Wildbienenförderung besonders wichtig, die Bedürfnisse dieser Pollenspezialisten zu berücksichtigen.

Einige Bienenarten nutzen auch die Blütenöle oder sogar Stückchen von Blütenblättern, mit denen sie ihre Brutzellen tapezieren.

2. Förderung von Wildbienen mit einheimischen Wildstauden

Für die Wildbienenförderung eignen sich einheimische Wildstauden besonders gut, da unsere Bienenfauna sich im Laufe der Evolution mit diesen Pflanzen perfekt eingespielt hat. Sie sind zumeist robuster und pflegeleichter als importierte Zierpflanzen und versamen sich auch noch selber.

Das Angebot an einheimischen Wildstauden im Handel ist mittlerweile erfreulich gross. Bei der Auswahl können Sie sich ganz einfach direkt an den Vorlieben und Spezialisierungen unserer Wildbienen orientieren. Die für spezialisierte Wildbienen wichtigsten Wildstauden finden Sie in unserer Tabelle Nahrungsquellen für Wildbienen.

Mit dem kostenlosen Webtool Floretia können Sie mit nur wenigen Klicks standortgerechte Bepflanzungen zusammenstellen. Eine Anleitung für die Pflanzung von Wildstauden finden Sie bei pflanzanleitung.ch. Allerlei Wissenswertes zur Planung, Pflanzung und Pflege von Staudenbeeten gibt es im Ratgeber der Staudengärtnerei Gaissmayer oder in der Broschüre Attraktive Staudenmischungen von suisseplan. Hinweise für die naturnahe Pflege von Staudenpflanzungen im professionellen Bereich gibt es in einer kurzen Fassung im Mehr als Grün – Praxishandbuch naturnahe Pflege (S. 24) oder detaillierter im Mehr als Grün – Profilkatalog naturnahe Pflege (S. 68).

Eine Übersicht der Wildstauden-Anbieter in und um den Kanton Zürich finden Sie in unserem Artikel Bezugsquellen.

Glockenblumen-Scherenbiene (Chelostoma rapunculi) an blühender Glockenblume (Bild: Christine Dobler Gross)

3. Förderung von Wildbienen mit Blumenwiesen und -rasen

Blumenreiche Wiesen oder Rasen auf grösseren Flächen sind besonders wertvoll für die Wildbienenförderung. Aber auch kleinere blütenreiche Inseln können von grossem Nutzen sein. Eine blosse Einsaat in bereits bestehende, noch blütenarme Rasen oder Wiesen führt leider selten zu Erfolg. Die Anlage von Blumenwiesen und -rasen ist daher mit einem gewissen Initialaufwand verbunden, der sich aber sicherlich bezahlt macht.

Für die Anlage von Blumenwiesen und -rasen empfehlen wir die Broschüre Blumenreiche Lebensräume und Wildbienen im Siedlungsraum von BirdLife, speziell die Seiten 35-37 oder das Merblatt Blumenwiesen und Blumenrasen der Stiftung Natur&Wirtschaft. Hinweise für die naturnahe Pflege von Blumenrasen/-wiesen im professionellen Bereich gibt es in einer kurzen Fassung im Mehr als Grün – Praxishandbuch naturnahe Pflege (S. 10) oder detaillierter im Mehr als Grün – Profilkatalog naturnahe Pflege (S. 28).

Bezugsquellen für Saatmischungen finden Sie in unserem Artikel Bezugsquellen.

4. Förderung von Wildbienen mit Gehölzen

Auch die Blüten von Bäumen und Sträuchern stellen für Wildbienen wichtige Pollen- und Nektarquellen dar. Besonders wertvoll für die Wildbienenförderung sind Weiden (Salix), auf deren Pollen mehrere Arten spezialisiert sind. Die meisten Weiden-Arten lassen sich ganz einfach durch Steckholzvermehrung im Boden anziehen. Beim Pflanzen von Weiden sollten Sie mindestens zwei Drittel männliche Individuen (mit den gelben Weidenkätzchen) verpflanzen – nur diese liefern den wertvollen Pollen für die Brutversorgung der Wildbienen.

Eine Auflistung weiterer für Wildbienen wichtiger Bäume und Sträucher können Sie in unserer Tabelle Nahrungsquellen für Wildbienen einsehen. Die Portraits der einzelnen Gehölze sind bei suisseplan gelistet. Eine Übersicht der Anbieter von Gehölzen finden Sie in unserem Artikel Bezugsquellen.

Allgemeine Informationen und Tipps zur Pflanzung von Bäumen und Sträuchern finden Sie in der BirdLife Praxishilfe Bäume und Sträucher im Siedlungsraum (ab S. 23) oder im Merkblatt Wildsträucher pflanzen von Grün Stadt Zürich. Hinweise für die naturnahe Pflege von Wildhecken im professionellen Bereich gibt es in einer kurzen Fassung im Mehr als Grün – Praxishandbuch naturnahe Pflege (S. 34) oder detaillierter im Mehr als Grün – Profilkatalog naturnahe Pflege (S. 96).

Sandbiene (Andrena) auf blühenden Weidenkätzchen (Bild: Christine Dobler Gross)

5. Blumenzwiebeln, Nutz- und Zierpflanzen

Einige Bienenarten fliegen bei vorteilhaften Wetterbedingungen bereits sehr früh im Jahr (ab Ende Februar / Anfang März). Frühblühende Zwiebelpflanzen wie zum Beispiel Krokusse, Traubenhyazinthen oder Blausterne bieten dann wertvolle Nahrung.

Auch mediterrane Kräuter wie Salbei, Oregano, Rosmarin, Thymian oder Lavendel sind bei den Wildbienen sehr beliebt, ebenso Heilkräuter wie beispielsweise die Kamille.

Einige importierte Zierpflanzen werden von den Wildbienen auch gerne als Pollen- und Nektarquellen angenommen. Besonders attraktiv scheinen Pflanzen aus dem Mittelmeerraum zu sein. Es spricht also nichts dagegen, bei der Bepflanzung auch Zierpflanzen zu verwenden. Im Sinne der allgemeinen, heimischen Biodiversitätsförderung empfehlen wir dennoch, den Fokus auf einheimische Pflanzen zu legen.

Weisse Bindensandbiene (Andrena gravida) an Rosmarin (Bild: Christine Dobler Gross)

6. Spontanvegetation

Lassen Sie Raum für Überraschungen – neben wertvollen Nistplätzen für bodennistende Wildbienen, stellt sich auf nicht versiegelten und unbepflanzten Flächen oftmals eine spannende Spontanvegetation ein. Mit etwas Geduld, Experimentierfreude und gezielten Eingriffen kann sich so eine natürliche und standortgerechte Flora entwickeln, welche in den meisten Fällen auch den Wildbienen etwas zu bieten hat.

Nicht zuletzt ist die Natur die beste Lehrmeisterin – und so kann es eine offene Bodenstelle nicht selten schaffen, manch eine Wissenslücke zu schliessen.

Natternkopf-Mauerbiene (Hoplitis adunca) beim Anflug an den Natternkopf – eine spontan aufkommende Pflanze auf trockenen, gestörten Flächen (Bild: Christine Dobler Gross)

7. Dach- und Fassadenbegrünung

Wildbienenfördernde Pflanzen können selbstverständlich auch im Rahmen von Dach- und Vertikalbegrünungen eingesetzt werden.

Im Merkblatt Dachbegrünungen (ZHAW, Natur&Wirtschaft), sowie auf der Webseite von Grün Stadt Zürich finden Sie zahreiche Informationen zur Begrünung von Dächern.

Wissenswertes zum Thema Fassadenbegrünung können Sie ebenso der Webseite von Grün Stadt Zürich entnehmen. Für bodengebundene Systeme können wir auch das Merkblatt Fassadenbegrünung des Projektes Grenzüberschreitender Naturkorridor empfehlen. Für Wildbienen wichtige Fassadenpflanzen sind Rosen und Spalierobst, Efeu, Zaunrüben (Bryonia, giftig und nicht wintergrün) und die Breitblättrige Platterbse (Lathyrus latifolius, nicht wintergrün).

Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) am blühenden Efeu – eine der wertvollsten Fassadenbegrünungen für Wildbienen (Bild: Christine Dobler Gross)


Blütenangebot im Ackerland

Mit einem hohen Anteil blüten- und strukturreicher Flächen – allen voran Buntbrachen und mehrjährige Blühstreifen – ist auch in intensiv genutzen Ackerbaugebieten eine hohe Vielfalt an Wildbienen mit seltenen und gefährdeten Arten möglich. Bemühungen zur Wildbienenförderung kommen der Artenvielfalt zu Gute, erhalten die Bestäubungssicherheit und fördern natürliche Gegenspieler von Kulturschädlingen.

 

Mehrjähriger Blühstreifen für spezialisierte Wildbienenarten (Bild: Hans Ramseier)

1. Allgemeine Informationen

Mehrjährige Blühflächen

Viele gute Nahrungspflanzen für Wildbienen sind zwei- oder mehrjährig. Das Angebot dieser besonders wichtigen Nahrungspflanzen lässt sich im Ackerbau mit mehrjährigen Blühstreifen oder Blühflächen wie Bunt- und Rotationsbrachen fördern.

Netzwerk aus mehreren Blühflächen auf dem Betrieb

Blühflächen für Wildbienen werden im Optimalfall in mehreren Streifen / Teilflächen über den Betrieb verteilt angelegt statt auf nur einer grossen Fläche. Kleine Wildbienenarten fliegen nur 100 Meter zwischen Nistplatz und Blüten hin und her. Sie sind auf ein Netzwerk vieler blüten- und strukturreicher Flächen in der Landschaft angewiesen.

Blühflächen und Nistplätze kombinieren

Damit die Wildbienen vom Nahrungsangebot der Blühflächen profitieren können, benötigen sie eine Nistgelegenheit in der Nähe (max. 100 Meter Entfernung). Um einen optimalen Nutzen für die wichtigen Bestäuber zu erzielen, ergänzen Sie besonders wertvolle, mehrjährige Blühflächen mit Niststrukturen für Wildbienen.

Buntbrache als Streifen zwischen zwei Kulturen (Bild: Albert Krebs)

2. Bunt- und Rotationsbrachen

Bunt- und Rotationsbrachen gehören zu den wertvollsten BFF-Elementen für die Wildbienenförderung auf Ackerland. Sie bieten über mehrere Jahre von Frühling bis Herbst ein vielfältiges Blütenangebot und damit eine Nahrungsgrundlage für Wildbestäuber auch vor und nach der Blüte der landwirtschaftlichen Kulturen. Darüber hinaus nisten manche Wildbienen in abgestorbenen Pflanzenstängeln. Oft finden diese Arten im Ackerland ihre einzigen Nistgelegenheiten auf mehrjährigen Brachen, ohne welche sie dort nicht leben können.

Informationen und Empfehlungen zu Bunt- und Rotationsbrachen für die Wildbienenförderung:

 

Tipps zur Anlage und Pflege von Buntbrachen im Video:

3. Mehrjährige Blühstreifen für spezialisierte Wildbienen

Viele bedrohte Wildbienenarten weisen eine Blütenspezialisierung auf und sammeln nur den Pollen einer speziellen Pflanzenfamilie oder Pflanzengattung. Zur Förderung dieser spezialisierten Wildbienen wurde eine neue, mehrjährige Blühmischung erstellt und in Feldversuchen getestet. Diese Blühstreifen enthalten viele wertvolle Pflanzen für die anspruchsvolleren Wildbienenarten und sind ein weiteres besonders wichtiges Element für die Wildbienenförderung im Ackerland.

  • Aktuell sind diese Blühstreifen noch nicht als BFF anerkannt, aber Saatgut ist bereits erhältlich (Mischung HA1**, mehrjährige Blühstreifen für spezialisierte Wildbienen – erhältlich bei Otto Hauenstein Samen)
  • Wir informieren in unserem Newsletter darüber, sobald die mehrjährigen Blühstreifen für spezialisierte Wildbienen im Kanton Zürich offiziell als BFF anerkannt sind und entsprechend entschädigt werden

Video zu den neuen Blühstreifen für spezialisierte Wildbienen:

4. Blühende Zwischenkulturen und Kunstwiesen

Zwischenkulturen / Gründüngungen

Als Untersaat oder nach der Ernte früher Kulturen können Sie blütenreiche Zwischenfrüchte und Gründüngungen einsäen. Folgende Pflanzen sind für Wildbienen besonders nützlich:

  • Gelb- und Ackersenf
  • Klee-Arten (v.a. Rot-Klee)
  • Wicken-Arten
  • Saat-Luzerne
  • Saat-Esparsette

Für eine Fruchtfolge mit blühenden Zwischen- und Gründüngungskulturen erhalten Sie Landschaftsqualitätsbeiträge (siehe Massnahme ZH6 im LQ-Massnahmenkatalog).

Kunstwiesen

Besonders der Rot-Klee ist eine hervorragende Nahrungsquelle für viele – auch seltene und gefährdete – Hummelarten und andere Wildbienen. Die Hummelvölker erreichen erst im Sommer ihren Bestandeshöhepunkt. Deshalb sollten Kunstwiesen mit grossem Klee-Anteil besonders in den Sommermonaten von Mitte Juni bis Mitte August über einen möglichst langen Zeitraum zur Blüte kommen.

Staffeln Sie die Mahd auf Kunstwiesen und achten Sie darauf, dass kontinuierlich auf verschiedenen Teilflächen Rotklee und andere Klee-Arten blühen. Beachten Sie bei der Mahd die Hinweise im apiservice-Merkblatt „Bienenverluste durch Mähaufbereiter und Mulchgeräte verhindern“.

Wiese mit blühendem Weiss-Klee, die gestaffelt gemäht wird (Bild: Albert Krebs)

5. Säume und Ackerschonstreifen

Säume am Ackerrand und extensiv bewirtschaftete Ackerschonstreifen bieten eingesäten und spontan aufkommenden Kräutern Gelegenheit zum Aufblühen. Hier wachsen typische, teilweise seltene Ackerbegleitpflanzen, welche bei verschiedenen Wildbienenarten sehr begehrt sind. Ob Acker-Taubnessel, Acker-Senf oder Acker-Hundskamille – die wichtigen Wildbestäuber werden sich über das zusätzliche Nahrungsangebot freuen.

Reiche Ackerbegleitflora im Gerstenacker mit Klatsch-Mohn und Acker-Hundskamille (Bild: Albert Krebs)
Saum auf Ackerfläche
Ackerschonstreifen

6. Blühstreifen für Bestäuber

Die einjährigen Blühstreifen fördern die natürlichen Gegenspieler von Kulturschädlingen und verringern vor allem die sommerliche Trachtlücke für Honigbienen und einige häufige, unspezialisierte Wildbienenarten. Viele wertvolle, mehrjährige Wildkräuter und wichtige Blütenpflanzen für spezialisierte Wildbienarten fehlen allerdings in den einjährigen Blühstreifen. Legen Sie zur Förderung einer grösseren Bestäubervielfalt deshalb auch mehrjährige blüten- und strukturreiche Flächen auf Ackerland an.

 

Informationen zu Blühstreifen für Bestäuber im Video:

7. Artenförderung Schwarzblaue Sandbiene

Die Schwarzblaue Sandbiene ist eine spezialisierte Wildbienenart, die ausschliesslich den Pollen von grossblütigen Kreuzblütlern (v.a. Acker-Senf) sammelt und mit entsprechenden Einsaaten gezielt gefördert werden kann. Als typische Art der offenen Kulturlandschaft war sie früher in Ackerbaugebieten weit verbreitet. In der Nordostschweiz ist sie heute stark gefährdet und der Kanton Zürich trägt eine hohe Verantwortung zum Erhalt der letzten Populationen. Vor allem Landwirtschaftsbetriebe im Zürcher Weinland und im Rafzerfeld können einen Beitrag für die Artenförderung der Schwarzblauen Sandbiene leisten.

Mehr Informationen zu dieser seltenen Wildbiene und zu geeigneten Fördermassnahmen stehen im Merkblatt Schwarzblaue Sandbiene und im Dokument Die Schwarzblaue Sandbiene (Andrena agilissima) in Not. Interessierte Betriebe erhalten Unterstützung und spezielles Saatgut zur Förderung der Schwarzblauen Sandbiene von der Fachstelle Naturschutz (Kontakt im Merkblatt).

Männchen der Schwarzblauen Sandbiene (Andrena agilissima) auf Ackersenf (Bild: Albert Krebs)


Hecken

Hecken mit einem artenreichen Gehölzsortiment und Krautsaum sind wichtige Landschaftselemente für Wildbienen. An blühenden Gehölzen finden die Bestäuber im Frühjahr Pollen und Nektar in grossen Mengen. Besonders stark profitieren die frühfliegenden Bestäuber von Obst oder Raps, welche schon vor der Blüte der landwirtschaftlichen Kulturen aktiv sind und während dieser Zeit an Hecken oder Waldrändern ausreichend Nahrung finden.

2. Tipps für die Praxis

Heckenpflanzung

Das Video unten gibt praktische Tipps für die Planung einer neuen Hecke und zeigt, was bei der Umsetzung zu beachten ist. Achten Sie bei einer Neupflanzung darauf, dass die Anforderungen für eine QII-Hecke direkt erfüllt werden.

Tipp: Wenn Sie die Sträucher wie im Video in Gruppen pflanzen, haben auch langsamwachsende Arten bessere Chancen sich zu etablieren und für QII reicht eine Vielfalt von 5 Arten pro 25 Laufmeter statt 10 Laufmeter.

 

Aufwertung durch selektive Heckenpflege

Hecken brauchen Pflege, damit sie artenreich bleiben. Ohne gezielte Pflege nehmen die schnellwachsenden Sträucher wie Hasel schnell Überhand und die Hecke wird eintönig. Im Video wird erklärt, wie die Gehölzvielfalt mit einer unkomplizierten, selektiven Pflege bis hin zur Qualitätsstufe II erhöht werden kann.

Tipp: Eine Initialpflege von Hecken, die bisher keine BFF Qualitätsstufe I erreicht haben, wird im Kanton Zürich mit einem einmaligen Landschaftsqualitätsbeitrag von CHF 250.- pro Are unterstützt (Massnahme ZH31 im LQ-Massnahmenkatalog).

3. Wichtige Heckengehölze für Wildbienen

Die unten aufgeführten Gehölze sind für Wildbienen besonders wichtig. Nehmen Sie diese Arten bei einer Heckenpflanzung ins Sortiment oder fördern Sie diese in bestehenden Hecken durch selektive Pflege. Informationen zu Bodenansprüchen, Lichtbedarf und Wuchsform der häufigsten Heckenpflanzen finden Sie im AGRIDEA-Merkblatt „Unsere einheimischen Heckenpflanzen“ und auf der Heckenseite von suisseplan.

Heckensträucher:

Weiden (z.B. Sal-, Korb-, Reif-, Lorbeer- oder Silberweide), Schwarzdorn, Weissdorn (Achtung: Feuerbrand-Wirtspflanze), Wildrosen, Kreuzdorn, Faulbaum, Felsenbirne, Berberitze (Achtung: Zwischenwirt von Schwarzrost)

Bäume als Überständer in Hecken:

Weiden (z.B. Sal-, Korb-, Reif-, Lorbeer- oder Silberweide), Süsskirsche, Vogelbeerbaum, Feld-, Berg- oder Spitzahorn, Stiel- oder Traubeneiche, Wildapfel

Weidengehölze – besonders wertvoll für Wildbienen:

Weiden sind gut als Ufergehölze und für Hecken auf feuchten Böden geeignet. Beim Pflanzen von Weiden mindestens zwei Drittel männliche Individuen (mit den gelben Weidenkätzchen) verpflanzen – nur diese liefern den wertvollen Pollen für die Brutversorgung der Wildbienen. Die meisten Weiden-Arten lassen sich ganz einfach durch Steckholzvermehrung im Boden anziehen.

Brombeergestrüpp

Auch wenn Brombeeren aufgrund ihrer Ausbreitungstendenz keinen guten Ruf geniessen, ist ein Brombeergestrüpp für die Wildbienen in mehrerlei Hinsicht enorm wertvoll. Einerseits dienen Brombeerblüten während der allgemein blütenarmen Zeit im Frühsommer zahlreichen Wildbienenarten als Nahrunsquelle, anderseits nisten manche Wildbienen im Mark abgestorbener Brombeerstängel. Planen Sie auf einer klar begrenzten Fläche Platz für ein Brombeergestrüpp ein, welches sich durch regelmässigen Rückschnitt an den Grenzen gut im Zaum halten lässt. Weitere Hinweise zum Brombeergestrüpp finden Sie in unserem Artikel zu den Niststrukturen in der Landwirtschaft (Kapitel 5 „Abgestorbene Pflanzenstängel“).

Blühende Weiden sind besonders wichtig für Wildbienen und bieten zahlreichen frühfliegenden Wildbienen und Hummelköniginnen Nahrung – mehrere Arten wie die Grosse Weiden-Sandbiene (Andrena vaga) sammeln sogar ausschliesslich Pollen an Weidenkätzchen (Bild links: Hans Reinhard, Bild recht: Christine Dobler Gross)

4. Krautsaum und Niststrukturen

Ein 3-6 Meter breiter Krautsaum beidseits der bestockten Fläche gehört zu jeder ökologisch wertvollen Hecke dazu und ist Voraussetzung für die Anrechnung als Biodiversitätsförderfläche. Die Wildblumen im Krautsaum ergänzen das Nahrungsangebot der blühenden Gehölze optimal.

  • Ziehen Sie für den Krautsaum die Anlage einer Extensivwiese in Erwägung, um das Blütenangebot für die Wildbienen zu erhöhen
  • Werten Sie die Hecke zusätzlich mit Niststrukturen für Wildbienen auf. Legen Sie diese an sonniger Lage an, keinesfalls im Schatten der Hecke. Wenn Sie bei der Heckenpflanzung Lücken offenlassen, finden die Niststrukturen dort Platz und müssen bei der Mahd des Krautsaums nicht umfahren werden.
  • Beim Auslichten von Hecken an sonnigen Böschungen offene Bodenstellen und Abrisskanten freistellen – so entstehen Nistplätze für bodennistende Wildbienen
Hecke mit ungemähtem Krautsaum. Lücken in der Hecke bieten Platz für Niststrukturen – links im Bild ist eine unbestockte Lücke mit spärlich bewachsenem Boden zu erkennen, wo bodennistende Wildbienen ihre Nester bauen (Bild: Albert Krebs)

5. Unterstützung für Heckenprojekte

Bei Bedarf gibt es von verschiedener Seite fachliche und tatkräftige Unterstützung:


Blütenangebot für Wildbienen

Seit Jahrzehnten verliert unsere Umwelt ihren Blütenreichtum, mit dramatischen Folgen für unsere Wildbienen. Gründe dafür sind vor allem die Intensivierung der Landwirtschaft sowie die zunehmende Zersiedelung. Der resultierende Mangel an Nahrungsressourcen bedroht Wildbienenbestände schweizweit. Daher ist eine Erhöhung des Blütenangebotes die dringlichste Massnahme zum Schutz und zur Förderung von Bienen. 

Jeder und jede kann zur Förderung unserer Bestäuber beitragen. Ob im Garten, auf dem Balkon oder Fensterbrett: jede Blüte zählt. Bringen Sie Ihre Umwelt zum Blühen – und erfreuen Sie damit nicht nur die Wildbienen!

1. Bienen und Blüten

Blüten dienen Bienen als Quelle für Pollen und Nektar.

Den zuckenhaltigen Nektar benötigen Bienen zur eigenen Energie- und Flüssigkeitsversorgung, als Teil der Brutnahrung und auch für den Nestbau. Bei der Honigbiene bildet Nektar eine wichtige Grundlage für die Honigproduktion. Beim Nektarkonsum können einzelne Bienenarten zwar gewisse Vorlieben aufweisen, eine Spezialisierung gibt es hier jedoch nicht, da der Nektar aller Blüten potenziell nutzbar ist.

Anders sieht es beim proteinhaltigen Pollen aus, welchen die Wildbienen vorwiegend zur Brutversorgung nutzen. Viele Arten haben sich spezialisiert und sind für die Ernährung ihres Nachwuchses auf das Vorhandensein ganz bestimmter Pflanzen angewiesen. Aufgrund dieser Einschränkung finden sich unter den spezialisierten Wildbienen heute besonders viele bedrohte und seltene Arten. Daher ist es für eine effektive Wildbienenförderung besonders wichtig, die Bedürfnisse dieser Pollenspezialisten zu beachten.

Einige Bienenarten nutzen auch die Blütenöle oder sogar Stückchen von Blütenblättern, mit denen sie ihre Brutzellen tapezieren.

 

2. Förderung von Wildbienen mit einheimischen Wildstauden

Für die Bienenförderung eignen sich einheimische Wildstauden besonders gut, denn unsere Wildbienenfauna hat sich im Laufe der Evolution mit diesen Pflanzen perfekt eingespielt. Sie sind zumeist auch robuster und pflegeleichter als importierte Zierpflanzen und versamen sich auch noch selber.

Das Angebot an einheimischen Wildstauden im Handel ist mittlerweile erfreulich gross. Bei der Auswahl können Sie sich ganz einfach direkt an den Vorlieben und Spezialisierungen unserer Wildbienen orientieren. Entsprechende Tipps finden Sie beim Verein Natur im Siedlungsraum.

Auch die kostenlosen Web-Anwendungen Floretia und FuturePlanter helfen Ihnen, die für Ihren Standort passenden Blühpflanzen zu finden.

Viele grosse Gartencenter führen bereits ein Wildstauden-Sortiment. Manchmal finden sich hier trotzdem nicht-einheimische und sogar invasive Arten, diese lassen sich aber mit einem Blick ins kostenlose Online-Tool von floretia.ch schnell enttarnen.

Eine Übersicht von Wildstauden-Gärtnereien in Ihrer Region sowie online-Bezugsquellen finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien.

Wildstauden können Sie als Setzlinge kaufen und in vielen Fällen auch mittels Samen ansiedeln. Tipps und Tricks rund um die Ansiedlung von Wildstauden gibt es im Ratgeber der Staudengärtnerei Gaissmayer.

 

3. Förderung von Wildbienen mit Blumenwiesen und -rasen

Die Anlage blumenreicher Wiesen oder Rasen auf grösseren Flächen stellt eine besonders wertvolle Massnahme zur Wildbienenförderung dar. Aber auch kleinere Inseln können von grossem Nutzen sein. Eine blosse Einsaat in bereits bestehende, noch blütenarme Rasen oder Wiesen führt jedoch leider selten zu Erfolg. Blumenwiesen und -rasen sind daher mit einem gewissen Initialaufwand verbunden, der sich mittel- bis langfristig jedoch immer auszahlt.

Für die Anlage von Blumenwiesen und -rasen empfehlen wir die Broschüre Blumenreiche Lebensräume und Wildbienen im Siedlungsraum von BirdLife, speziell die Seiten 35-37.

Bezugsquellen für geeignete Saatmischungen finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien.

Tipps für eine biodiversitätsfreundliche Mahd finden Sie in diesem Beitrag von SRF.

 

4. Förderung von Wildbienen mit Bäumen und Sträuchern

Auch die Blüten von Bäumen und Sträuchern stellen für Wildbienen wichtige Pollen- und Nektarquellen dar. Besonders wertvoll für die Wildbienenförderung sind Weiden (Salix), auf deren Pollen mehrere Arten spezialisiert sind. Stecklinge können Sie im Handel beziehen oder Weiden auch selbst vermehren – mit der Anleitung von Wivena ist das relativ einfach.

Eine Übersicht der Anbieter von Gehölzen finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien. Eine Auflistung für Wildbienen wichtiger Bäume und Sträucher können Sie hier einsehen.

Allgemeine Informationen und Tipps zur Pflanzung von Bäumen und Sträuchern finden Sie in der BirdLife Praxishilfe Bäume und Sträucher im Siedlungsraum (ab S. 23).

 

5. Förderung von Wildbienen mit Blumenzwiebeln

Einige Bienenarten fliegen bei vorteilhaften Wetterbedingungen bereits sehr früh im Jahr (ab Ende Februar / Anfang März). Frühblühende Zwiebelpflanzen wie zum Beispiel Krokusse, Traubenhyazinthen oder Blausterne bieten dann die mit einzigen Nahrungsquellen.

Das Setzen der Zwiebeln sollte im Herbst stattfinden. Die einzige Herausforderung liegt beim Bezug von Blumenzwiebeln guter Qualität: Bei den besten Anbietern ist das Sortiment meistens schnell ausverkauft. Eine frühzeitige Bestellung lohnt sich.

Die von uns empfohlenen Bezugsquellen finden Sie in unserem Artikel Gärtnereien.

 

6. Förderung von Wildbienen mit Küchenkräutern und Gemüse

Die Blüten vieler Pflanzen, die wir im Garten oder auf dem Balkon für den eigenen Verzehr anbauen, stellen auch für Wildbienen wichtige Nahrungsquellen dar. Mediterrane Kräuter wie Salbei, Oregano, Rosmarin, Thymian oder Lavendel sind sehr beliebt, ebenso Heilkräuter wie die Kamille. Auch die Blüten von Gemüsesorten wie Kohl oder Fenchel werden gerne besucht – eine heimische Wildbiene ist sogar auf den Pollen von Lauch-Arten spezialisiert. Die Wildbienen wissen es zu schätzen, wenn Sie einen Teil dieser Pflanzen einfach ausblühen lassen.

 

7. Förderung von Wildbienen mit nicht-einheimischen Zierpflanzen

Auch viele importierte Zierpflanzen können Wildbienen als wertvolle Pollen- und Nektarquellen dienen. Besonders beliebt scheinen Pflanzen aus dem Mittelmeerraum zu sein. Es spricht also nichts dagegen, wenn Sie den Garten auch mit diesen Gewächsen bereichern. Im Sinne der allgemeinen, heimischen Biodiversitätsförderung empfehlen wir dennoch, den Fokus auf einheimische Pflanzen zu legen.