Newsletter der Bienenfachstelle

Liebe Bienenfreund:innen, sehr geehrte Damen und Herren,

Auch wenn das sonnig-warme Bienenwetter diese Saison etwas länger auf sich warten lässt, summt und brummt sich die Bienenwelt langsam aber sicher ein. Und wir freuen uns darüber, mit Euch wieder einige neue Blüten aus der Bienenförderlandschaft teilen zu können.

Habt eine schöne Freude und beflügelnde Motivation beim Frühlingserwachen!

Ein nur etwa 6 mm grosses Sandbienen-Weibchen beim Besuch einer Weissdornblüte. Blühende Sträucher und Bäume wie Weiden, Schwarz- und Weissdorn, Eichen oder Ahorne sind im Frühjahr besonders wichtige Nahrungsquellen für zahlreiche Bienenarten - von winzigen Sandbienen bis zu den grossen Hummelköniginnen. 

Projekte der Bienenfachstelle

Grundkurs Wildbienenförderung

Gemeinsam mit BirdLife Zürich durften wir den Lehrgang "Grundkurs Wildbienenförderung" ins Leben rufen. An sieben Anlässen erlangen die Teilnehmenden ein solides Grundwissen zu der Welt der Wildbienen sowie ihrer effektiven Förderung und werden mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet, um auf lokaler Ebene als Botschafter:innen für die fleissigen Bestäuber wirken zu können.

Es gibt noch wenige freie Plätze – hier geht es zur Anmeldung.

 

Buure für Biendli

In enger Zusammenarbeit mit dem Zürcher Bauernverband und mit der Unterstützung motivierter Landwirtinnen und Landwirte möchten wir den Wildbienen in der Zürcher Landwirtschaft unter die Flügel greifen. Hierzu haben wir das Projekt Buure für Biendli lanciert. Zunächst sollen im Rahmen eines Vorprojekts auf 12-15 landwirtschaftlichen Betrieben Fördermassnahmen für bedrohte und seltene Wildbienenarten umgesetzt und gemeinsam mit den Bewirtschaftenden erfolgsversprechende Ansätze für die effektive Bienenförderung im Kulturland abgeleitet werden. Diese Erfahrungen und Erkenntnisse sollen dazu dienen, ein langjähriges Fokusprojekt für die Wildbienenförderung auf Zürcher Landwirtschaftsflächen aufzubauen. 

Mehr Informationen zum Vorhaben und zur Anmeldung von interessierten Landwirten und Landwirtinnen finden sich in unserem Infopool Artikel Buure für Biendli.

 

Wildbienenförderung in der Gemeinde

Im Mai werden wir mit den Partnergemeinden Feuerthalen und Brütten zwei praktische Weiterbildungsanlässe für Unterhaltsmitarbeitende der Zürcher Gemeinden durchführen. Beide Veranstaltungen waren innerhalb kurzer Zeit ausgebucht. Das grosse Interesse an der Wildbienenförderung im Kanton Zürich freut uns enorm und hat uns dazu veranlasst, in Zusammenarbeit mit dem Naturnetz Pfannenstil einen weiteren Rundgang am 25. Mai in Stäfa anzubieten.

Weitere Informationen zur Veranstaltung und zur Anmeldung finden Sie hier.

Aktuelles

Wildbienenförderung im Frühling

Die Temperaturen steigen, die Natur erwacht und uns zieht es langsam aber sicher nach draussen. Wie der eigene Balkon oder Garten für die Wildbienen fit gemacht werden kann, erfährt man hier.

Soll man der Wiese jetzt schon einen Schnitt verpassen?

Weshalb sich ein Mähschnitt Ende April durchaus lohnen kann, erfährt man in diesem spannenden Artikel des Zürcher Fördervereins Natur im Siedlungsraum. 

Bienenschwarm – was tun?

In den Monaten Mai-Juni ist wieder Bienenschwarmzeit. Wenn Sie einen Bienenschwarm sichten, keine Panik – geniessen Sie das Miterleben dieses faszinierenden, natürlichen Schauspiels!

Alles Wissenswerte zu diesem Phänomen, dem richtigen Verhalten und den Schritten zur Meldung des Schwarms finden Sie im Artikel von BienenSchweiz Bienenschwarm entdeckt! - Was tun?

Bienenförderung in der Landwirtschaft

Mehrjährige Blühstreifen

Viele bedrohte Wildbienenarten weisen eine Blütenspezialisierung auf und sammeln nur den Pollen einer speziellen Pflanzenfamilie oder Pflanzengattung. Zur Förderung dieser spezialisierten Wildbienen wurden neue, mehrjährige Blühmischungen erstellt und in Feldversuchen getestet. Diese Blühstreifen enthalten viele wertvolle Pflanzen für die anspruchsvolleren Wildbienenarten und sind ein wichtiges Element für die Wildbienenförderung im Ackerland, Reb- und Ostbau. 

Solche mehrjährigen Nützlingsstreifen wurden vergangenen Herbst vom BLW bewilligt und können auf beitragsberechtigten Landwirtschaftsbetrieben als Biodiversitätsförderfläche angemeldet werden. Welche Samenmischungen nun beitragsberechtigt sind, erfahren Sie hier.

Apps und Webplattformen

 

Wildbienen Id BienABest

Die neue Bienensaison ist angebrochen und wenn Sie erfahren möchten, welche Arten Sie beim Blütenbesuch antreffen, lohnt sich die Installation der kostenlosen Mobile-App Wildbienen Id BienABest. Wildbienen Id BienABest dient als Bestimmungshilfe für 100 häufige und auffällige Wildbienenarten Deutschlands. Da diese Arten auch in der Schweiz heimisch sind, lässt sich die App auch hierzulande wunderbar nutzen. Obwohl sich viele Wildbienenarten von Auge in der freien Natur nicht mit Sicherheit bestimmen lassen, hilft die App bei der groben Zuordnung und gibt einen Einblick in die faszinierende Vielfalt der heimischen Wildbienen. 

Blühflächen

BienenSchweiz hat eine tolle Initiative zur Blühflächenförderung ins Leben gerufen, die Menschen, welche sich für Bienen einsetzen möchten, vernetzt und wertvolle Blühflächen schafft. Wenn auch Sie zum Aufblühen der Umwelt beitragen möchten, können wir einen Besuch auf der neuen Projektwebseite sehr empfehlen.  

Bee-Finder

Obwohl wir den Bee-Finder bereits im letzten Newsletter vorgestellt haben, möchten wir gerne nochmals auf die nützliche und kostenlose Web-App zur standortbasierten Wildbienenförderung hinweisen. Für abgedeckte Regionen kann mittels weniger Klicks in Erfahrung gebracht werden, welche seltenen und bedrohten Wildbienenarten in der Nähe vorkommen und wie man diese gezielt fördern kann.

fokus-n

Das neue, von der ZHAW entwickelte Wissensportal fokus-n ist eine praxisorientierte, wissenschaftlich fundierte Webplattform für alle, die Biodiversitätsprojekte und naturnahe Freiräume planen, realisieren und pflegen.

Empfehlenswerte Publikationen 

Der Wert des Wildbienenschutzes

In dieser spannenden Studie haben die Autor:innen den nicht-marktlichen Wert von Wildbienen zu messen versucht, indem sie die Zahlungsbereitschaft für Wildbienenschutzinitiativen von Bürger:innen in vier deutschen Bundesländern erhoben haben. Die Ergebnisse deuten deutlich darauf hin, dass eine starke Bereitschaft zur Unterstützung der wichtigen Bestäuber gegeben ist. So sind die studienteilnehmenden Haushalte im Durchschnitt bereit, jährlich 227 bis 447 € für Schutzinitiativen auszugeben, welche die Situation der Wildbienen gegenüber dem Status quo verbessern würden. Besonders hoch ist die Zahlungsbereitschaft für Schutzmassnahmen in der eigenen Region, in Naturräumen sowie für seltene und bedrohte Arten. Distance and Regional Effects on the Value of Wild Bee Conservation (Environmental and Resource Economics)

 

Matastudie zu Auswirkungen von bewirtschafteten und eingeführten Bienenpopulationen auf die Wildbienenfauna

In der folgenden Studie haben die Autor:innen eine systematische Überprüfung der Literatur zu den Auswirkungen von bewirtschafteten und eingeführten Bienenpopulationen (hauptsächlich Honigbienen) auf die Wildbienenfauna vorgenommen. Um einen Vergleich über die Zeit hinweg zu ermöglichen, orientierten sich die Autor:innen an der Methodik einer im Jahr 2017 durchgeführten Metastudie. Die aktuelle Studie kommt zum Schluss, dass die Anzahl der Beiträge zu diesem Thema im Vergleich zu 2017 um 47 % zugenommen hat. Die Berichte über negative Auswirkungen sind von 53 % der Arbeiten, die 2017 über negative Auswirkungen berichteten, auf derzeit 66 % gestiegen. Obwohl nur wenige Studien die Auswirkungen auf die Reproduktionsleistung von Wildbienen experimentell untersuchten, zeigten 78 % dieser Studien negative Auswirkungen. Die Pflanzenzusammensetzung und Bestäubung wurde in 7 % der Studien negativ beeinflusst, und 79 % der Studien über Krankheitserreger berichteten über mögliche negative Auswirkungen von bewirtschafteten oder eingeführten Bienenpopulationen auf Wildbienen.  Mounting evidence that managed and introduced bees have negative impact on wild bees: an updated review. (Current Research in Insect Science)

Kurse und Veranstaltungen

Weitere Veranstaltungen finden Sie in unserer Agenda:

Bieten auch Sie Events mit Bezug zur Bienenförderung an? Lassen Sie es uns gerne wissen, damit wir auch Ihr Angebot weiterempfehlen können!

Mit frühlingshaften und wie immer bienenfreundlichen Grüssen,

Philipp Heller und Kiki Anrika Velychko

 

Foto: © Christine Dobler Gross

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