Empfehlenswerte Publikationen
Haben gebietsfremde Pflanzenarten einen Nutzen für Insekten?
Diese Frage wurde schon oft gestellt und wird meist mit «wahrscheinlich nicht» beantwortet. Nun gibt es endlich eine wissenschaftliche Grundlage für diese Einschätzung. Die TU Darmstadt beobachtete Insekten an 6 Wildpflanzen, 6 Zierpflanzen der gleichen Gattung und 6 exotischen Pflanzenarten. Einheimische Insekten (Wildbienen, Fliegen, Käfer, Wespen), die sich von Pollen und Nektar ernähren, besuchten Wildstauden signifikant häufiger (67 % aller Besuche) als verwandte Zierpflanzen (24 %) und nicht verwandte exotische Pflanzen (9 %). Auch bei den pflanzenfressenden Insekten zeigte sich, dass sie von der heimischen Pflanzenarten 3 x mehr Blätter frassen als von den Zuchtformen oder exotischen Pflanzenarten. Deshalb sollten für die Förderung der heimischen Artenvielfalt unbedingt nur heimische Wildpflanzenarten gepflanzt werden.
Vögel als Indikatoren für die Vielfalt von Wildbienen
Forschende der Cornell Universität in den USA haben einen Zusammenhang gefunden bei der Auswertung von Vogelsichtungen und Nachweisen von Wildbienen. Dort wo es eine besonders hohe Vielfalt an Vogelarten gibt, gibt es auch eine besonders hohe Vielfalt an Wildbienen. Die Vögel und Wildbienen teilen ihre Vorliebe für eine grosse Vielfalt von Nutzungen, Niststrukturen und Pflanzenarten. Da es deutlich mehr Daten zur Verbreitung von Vögeln als von Wildbienen gibt, können die Vogeldaten dem Naturschutz helfen, wertvolle Lebensräume für Wildbienen zu identifizieren.
Solaranlagen wirken sich negativ auf Bestäuber aus
Es wurde vermutet, dass Solaranlagen dazu beitragen können Wildbienen und andere wärmeliebende Insekten zu fördern, weil es unter ihnen trocken, warm und windgeschützt ist (wichtig für bodennistende Insekten) und aufkommende Pflanzen nur selten gemäht werden. Eine Studie aus Frankreich kommt allerdings zu einem anderen Ergebnis. Die Anzahl der Blütenbesuche pro Blüte durch Insekten war unter den Solaranlagen um bis zu 86% geringer als auf angrenzenden Wiesen. Wenn die Flächen unter den Solaranlagen beweidet anstatt gemäht wurden, war das Ergebnis am schlechtesten.
Forschende sorgen sich wegen Pestizidrückständen bei Wildbienen
In Deutschland wurde eine neue kostengünstige Methode für die Identifikation von Pestizidrückständen in Blüten, Pollenproviant in Nestern von Wildbienen und Wildbienenindividuen entwickelt. Die Methode kann bisher bis zu 83 verschiedene Pflanzenschutzmittel in sehr geringen Mengen identifizieren. Bei einer ersten Untersuchung fanden sie bereits 47 Pestizide in Blüten, 35 Pestizide im Pollenproviant und 4 Pestizide im Körper der Bienen, wobei Spritzmittel gegen Unkräuter am häufigsten waren. Die Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit, die Risiken von Pestizidmischungen in niedrigen Konzentrationen zu untersuchen. Da dieses Risiko in den Zulassungsverfahren und rechtlichen Regelungen bisher nicht berücksichtigt wird, betonen die Forschenden die dringende Notwendigkeit, globale Ziele zur Pestizidreduzierung umzusetzen. |