Newsletter der Bienenfachstelle

 

Liebe Bienenfreund:innen, sehr geehrte Damen und Herren,

Die diesjährige Bienensaison neigt sich langsam ihrem Ende. Dies Bedeutet jedoch keinesfalls, dass auch die Beschäftigung mit diesen wichtigen Bestäubern bis zum nächsten Frühjahr warten muss – wir haben nämlich wieder viele spannende News, die wir nur zu gerne mit Ihnen teilen!

Auf eine erkenntnisreiche Lektüre!

Die Efeu-Seidenbiene (Colletes hederae) nistet im Boden und ist auf den Pollen des Efeus spezialisiert. Die Art fliegt noch bis Oktober. Foto: Rudolf Büchi

Bienenfachstelle in eigener Sache

 

Koordinationsgruppe Imkerei

Am 26. Juni tagte zum ersten Mal die Koordinationsgruppe Bienenförderung für den Kanton Zürich. Die Teilnehmenden setzen sich zusammen aus Vertreter:innen der Kantonsverwaltung (ALN Abteilung Landwirtschaft und Fachstelle Naturschutz), der Landwirtschaft (Strickhof und Zürcher Bauernverband), der Naturschutzvereine (BirdLife Zürich), der Imkervereine (Kantonalverband Zürcher Imkervereine) und der Bienenfachstelle. Zweck der Koordinationsgruppe ist es die Lebensbedingungen für Wild- und Honigbienen zu verbessern und die Bestäubungsleistung zu sichern. Der Schwerpunkt liegt im Moment auf der Einführung eines Systems zur Erfassung der Honigbienenvölker, der Förderung von Blühflächen und der Nahrungskonkurrenz zwischen Honigbienen und Wildbienen. Das nächste Treffen findet am 26. September statt.

 

Weiterbildungen für den Unterhalt in der Gemeinde

Die diesjährigen Kurse «Wildbienenförderung in der Gemeinde», die im Mai und Juni stattfanden, waren gut besucht und an den drei Rundgängen durch Hinwil, Adliswil und Illnau-Effretikon nahmen insgesamt 39 Mitarbeitende der Gemeinden sowie einige Interessierte aus der Bevölkerung teil. Es konnte praktisches Wissen über die Anlage und Pflege von Wildbienen-Lebensräumen im Siedlungsgebiet vermittelt werden, z.B. Tipps für die Auswahl von Gehölzen, die Pflege von Wiesen und die Anlage von Ruderalflächen. Im nächsten Jahr werden wir wieder Kurse in neuen Gemeinden anbieten, um noch mehr Mitarbeitende der Unterhaltsdienste zu erreichen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Infotafeln Wildbienenförderung

In den letzten Jahren wurden wir immer wieder angefragt, ob wir Infotafeln zu einzelnen Massnahmen zur Wildbienenförderung bereitstellen können. Als Antwort auf diesen Bedarf haben wir Infotafeln im A3-Format zu folgenden Themen erstellt:

  • Sandnisthilfe für Wildbienen
  • Totholz für Wildbienen
  • Nahrung für Wildbienen

Die Infotafeln können bei uns per sofort via E-Mail als Gut zum Druck bestellt werden. Wenn Sie uns das Logo Ihrer Organisation zuschicken, fügen wir dieses gerne der bestellten Infotafel hinzu. 

Aktuelles

 

Neue Rote Liste der Wildbienen 

Nach langer Wartezeit ist die neue Rote Liste der Wildbienen der Schweiz im Mai endlich erschienen. Diese Publikation ist für die Wildbienenförderung äusserst relevant. Sie gibt nicht nur Aufschluss über den Zustand der Tiergruppe Wildbienen, sondern ist auch ein wichtiges Instrument für die Wildbienenförderung und die Voraussetzung zur Ableitung von national Prioritären Arten, welchen besondere Schutzbemühungen zugutekomme. Die alte Rote Liste der Wildbienen stammt aus dem Jahr 1994 und war nicht nur veraltet, sondern wurde auch nicht mit der Methodik erhoben, welche heute den Standard bildet. 

Die Rote Liste gibt an, welche Art zu welchem Grad gefährdet ist und ist ein wichtiges Instrument für den Naturschutz. Die Lebensräume von Arten der Roten Liste, die also den Status «kritisch gefährdet», «stark gefährdet» oder «verletzlich» haben, gelten nämlich laut Natur- und Heimatschutzgesetz Artikel 14 als schutzwürdig.

Von den 615 gelisteten Wildbienenarten in der Schweiz stehen 45.4% auf der Roten Liste. Weitere 9.4% der Arten wurden als «nahezu bedroht» eingestuft. Als nicht bedroht gelten 45.2%. Für die Gruppe der Insekten ist vor allem der Anteil an «ausgestorbenen» Wildbienenarten mit 9.6% (59 Arten) extrem hoch. Unter den Rote-Liste-Arten ist der Anteil folgender Gruppen besonders hoch:

  • Blütenspezialisten
  • Im Boden nistenden Arten
  • im Sommer fliegenden Arten und
  • im Tiefland vorkommende Arten.

Das von der Landwirtschaft intensiv genutzte Kulturland tiefer und mittlerer Lagen verfügt nur noch über eine stark verarmte Bienenfauna. Artenreiche Bienengemeinschaften sind hier meist auf isolierte Sonderstandorte wie Trockenwiesen und -weiden, Auen oder Kiesgruben beschränkt. Andererseits gibt es Im Alpen- und Jurabogen noch extensiv genutzte Gebiete in wärmebegünstigten Lagen, die vielerorts eine arten- und individuenreiche Bienenfaunen aufweisen. Insbesondere die inneralpinen Trockentäler sind Hotspots der Bienendiversität und beherbergen die artenreichsten Bienengemeinschaften von ganz Zentraleuropa.

 

Wechsel an der Spitze von BienenSchweiz

Seit diesem Frühjahr hat BienenSchweiz, der Imkerverband der deutschen und rätoromanischen Schweiz, einen neuen Präsidenten. Das wichtige Mandat wurde im April an Martin Schwenger vergeben. Erfreulicherweise bleibt der ehemalige Präsident Mathias Götti-Limacher mit seinem grossartigen Wissen und Netzwerk der Organisation erhalten und fungiert neu als Geschäftsführer von BienenSchweiz. 

 

Wildbienenförderung im Herbst

So langsam aber sicher neigt sich der Sommer dem Ende zu. Die noch hoffentlich zahlreichen schönen Tage lassen sich hervorragend dazu nutzen, für die Wildbienen vorzusorgen, die im nächsten Jahr ausfliegen werden. Tatsächlich ist der Herbst DIE Saison, um wildbienenfreundliche Massnahmen umzusetzen. In unserem Infopool finden Sie hierzu zahlreiche Anregungen.

Tipp: Einige Wildbienenarten fliegen bei vorteilhaften Wetterbedingungen bereits ab Ende Februar bzw. Anfang März! In dieser noch blütenarmen Zeit bieten frühblühende Zwiebelpflanzen solchen Arten willkommene Nahrungsquellen. Zu den besonders wertvollen Pflanzen zählen Krokusse, Traubenhyazinthen, Blausterne, Laucharten, Schneeglöckchen und Winterlinge. Gesetzt werden die Zwiebeln im Herbst und da viele Arten schnell ausverkauft sind, lohnt es sich, möglichst früh zu bestellen. 

Allerlei

 

Ein Zuhause für Wildbienen

Da es den Wildbienen in der Schweiz an Nahrung und Nistgelegenheiten mangelt, hat BienenSchweiz zum diesjährigen Weltbienentag die Plattform immobienen.ch lanciert. Mit wenigen Klicks und Franken lässt sich eine Fläche mieten oder kaufen, die das Projektteam von BienenSchweiz in Zusammenarbeit mit Landwirt:innen, Gemeinden, Unternehmen oder Privatpersonen bienenfreundlich aufwertet. Neben der Erhöhung des Blütenangebots wird der Fokus stark auf die Anlage von Nistplätzen gelegt – wenn sich der Wohnungsmangel bei uns Menschen nur auch so einfach beheben liesse!

 

Möchten auch Sie was für Wildbienen aufgleisen?

Wildbienen Gasthöfe ist eine weitere tolle Initiative, die wir Ihnen nicht vorenthalten möchten! In Partnerschaft mit der SBB kreiert das Projekt ein Netzwerk von Trittsteinen für Wildbienen, Insekten, Amphibien, Reptilien und Kleintieren an brachliegenden Flächen unter anderem entlang des Schweizerischen Gleissystems.

Ob mit der Bereitstellung einer Fläche, tatkräftiger Unterstützung bei Aufwertungen oder einer Spende – die Initiative bietet zahlreiche Möglichkeiten, auf den bienenfreundlichen Zug aufzuspringen und einen wertvollen Beitrag für Wildbienen und Biodiversität zu leisten. 

 

Die Welt der Wildbienen kennenlernen

Für alle, die sich (noch) nicht aktiv für Wildbienen engagieren und erstmal mehr zu diesen wichtigen Bestäubern erfahren möchten, haben wir einen Tipp parat… In diesem Webinar der Deutschen Wildtier Stiftung werden in nur 30 Minuten und auf eine spannende und zugängliche Weise, die wichtigsten Informationen zu Wildbienen vermittelt. Einschalten, zurücklehnen, lernen und staunen – es würde uns nicht wundern, wenn wir Sie danach auch zum Klub der Wildbienen-Fans zählen dürfen!

Bienen auf der politischen Agenda

 

Motion (Bund) – Sicherung der Insektenbestäubung insbesondere durch Wild- und Honigbienen

Gute Neuigkeiten! Diese wichtige Motion wurde auch vom Nationalrat angenommen und das Geschäft wurde nun an den Bundesrat überwiesen.

 

Motion (Bund) – Die neue Massnahme von 3,5 Prozent Biodiversitätsförderflächen auf offener Ackerfläche wieder aufheben

Dieser Motion hat nun auch der Ständerat zugestimmt und somit ist die Implementierung dieser, für Bienen äusserst sinnvollen Massnahme, leider vom Tisch. 

 

Motion (Bund) – Sinnvolle Umsetzung der zusätzlichen 3,5 Prozent Biodiversitätsförderung auf Ackerflächen

Im Gegensatz zum Nationalrat hat der Ständerat diesen Vorstoss abgelehnt. Somit gilt das Geschäft als erledigt bzw. abgeschrieben. 

Empfehlenswerte Publikationen 

 

Biodiversitätsförderflächen im Ackerland: Wirkungen auf Biodiversität und Ökosystemleistungen

In dieser Arbeit wurde mittels einer Synthese des aktuellen Wissensstandes der Frage nachgegangen, wie sich Acker-Biodiversitätsförderflächen (Acker-BFF) auf die Biodiversität und die Erbringung von Ökosystemleistungen im Schweizer Ackerland auswirken. Die Analyse zeigt, dass insbesondere die Ansaat von Wildblumenmischungen eine grosse Förderwirkung auf Wildbienen und weitere Insekten hat. In einzelnen Untersuchungen konnte auch nachgewiesen werden, dass sich Buntbrachen und einjährige Nützlingsstreifen positiv auf die Regulierung von Schadinsekten auswirken und Acker-BFF die Bestäubungsleistung fördern können. Gleichzeitig können aber auch negative Effekte, wie das Aufkommen von unerwünschten Pflanzen oder Mäuse- und Schneckendruck, nicht immer ausgeschlossen werden. Die Autoren kommen zum Schluss, dass Acker-BFF einerseits ein äusserst sinnvolles Instrument zur Biodiversitätsförderung im Ackerland darstellen, es andererseits aber noch weitere Forschungsbemühungen bräuchte, um noch offene Fragen zu klären, Herausforderungen zu adressierten und die Akzeptanz der Massnahmen zu steigern.

 

Das Pestizidrisiko bei der kommerziellen Bestäubung von Äpfeln ist für Honigbienen größer als für andere Nutz- und Wildbienen

Diese Studie vergleicht die Pestizidexposition und das Risiko bei verschiedenen Bienenarten während der Bestäubung von Apfelplantagen, einschließlich Honigbienen, Hummeln und Wildbienen. 95 % der Bienenproben waren mit Pestiziden belastet, wobei der höchste Kontaminationsgrad bei Wildbienen der Gattung Andrena festgestellt wurde. Honigbienen waren einem signifikant höheren Risiko ausgesetzt, insbesondere durch das Insektizid Thiamethoxam, das hauptsächlich von außerhalb der Plantagen stammt. Die Studie zeigt, dass Pestizidexposition ein landschaftsweites Problem ist und Maßnahmen über einzelne Betriebe hinausgehen müssen, um Bienen zu schützen, da Pestizide von umliegenden Feldern stammen können.

 

Nestansammlungen von Wildbienen und Schlupfwespen in städtischen Gehwegen: Ein „ Strassenleben “, das in der Stadtplanung gefördert werden sollte

In dieser Arbeit wurde das Vorkommen von bodennistenden Wildbienen und Grabwespen unter städtischen Pflasterflächen in Brüssel untersucht. Mithilfe von Citizen Science wurden 22 Arten aus 10 Familien an 89 Standorten identifiziert. Die Ergebnisse zeigen, dass Sandsteinplatten oder Betonplatten mit ungebundenen Fugen von etwa 10 mm besonders gut geeignete Nistplätze darstellen. Der Boden unter diesen Pflasterflächen bestand hauptsächlich aus sandigen Partikeln.

Die Autoren legen nahe, dass eine angepasste Gestaltung der Bürgersteige, nicht nur der Adaptation an den Klimawandel sondern auch der Steigerung der urbanen Biodiversität dienen kann. 

 

Eine globale Analyse zeigt, dass Wildinsekten und Honigbienen für die Ernteerträge gleichermaßen wichtig sind

In dieser Studie wurde die Bedeutung von Wildinsekten und Honigbienen für die Erträge von Nutzpflanzen in verschiedenen landwirtschaftlichen Systemen weltweit untersucht. Die Analyse zeigte, dass sowohl Wildbestäuber als auch Honigbienen entscheidend zur Bestäubung und Produktivität der Ernten beitragen. Die Forschenden analysierten Daten zu einer Vielzahl von Nutzpflanzen und geografischen Regionen und stellten fest, dass die Beiträge von Wildinsekten zur Bestäubung oft genauso wichtig sind wie die der Honigbienen. Die Autoren betonen, dass es für die Gewährleistung stabiler Erträge notwendig ist, sowohl Honig- als auch Wildbienen in den landwirtschaftlichen Praktiken zu berücksichtigen. Darüber hinaus heben sie den Wert der Biodiversität zur Aufrechterhaltung wirksamer Bestäubungsdienste hervor und warnen vor den Risiken, sich allein auf Honigbienen zu verlassen. Die Ergebnisse sprechen für Schutzstrategien, die sowohl Wildbestäuber als auch bewirtschaftete Bienenvölker unterstützen, um die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft zu fördern.

 

Auf dem Weg zur akustischen Überwachung von Bienen: Flügelschlaggeräusche stehen im Zusammenhang mit Arten und individuellen Merkmalen

In dieser Studie wurde die Anwendung von passiver Akustik zur Überwachung von Bienenarten untersucht, um deren Rückgang und Verhalten besser erfassen zu können. Mithilfe von Richtmikrofonen und maschinellem Lernen haben die Forschenden die Flügelschlaggeräusche von iberischen Honig- und Wildbienen aufgezeichnet, charakterisiert und analysiert. Sie fanden heraus, dass die Frequenz der Flügelschläge negativ mit der Körpergröße und der Umgebungstemperatur korreliert, jedoch positiv mit stressbedingten Bedingungen. Auch fanden sie eine charakteristische akustische Signatur bei der Europäischen Honigbiene, die eine automatische Klassifizierung dieser Biene aus einem Pool von Wildbienen ermöglichte. Trotz des noch grossen Forschungs- und Entwicklungsbedarfs weisen die Autoren mit ihrer Studie auf das grosse Potenzial der passiven Akustik bei der Identifizierung und Überwachung von Bestäubern hin.

 

Pestizideinsatz wirkt sich negativ auf Hummeln in europäischen Landschaften aus

Diese Studie untersuchte den Einfluss von Pestiziden auf Hummeln in landwirtschaftlichen Gebieten in acht europäischen Ländern. Sie zeigt, dass die Belastung durch Pestizide in landwirtschaftlichen Gegenden die Leistung von Hummelkolonien erheblich beeinträchtigt, insbesondere in wenig komplexen Agrarlandschaften mit intensiver Landwirtschaft. Die Forschenden stellten fest, dass die von Hummeln gesammelten Pollen zahlreiche Pestizide enthalten, von welchen Insektizide das größte Risiko darstellen. In solchen Landschaften, die überwiegend aus Ackerland bestehen und weniger Blütenressourcen bieten, wurden stärkere Rückgänge der Kolonieleistung verzeichnet. Diese Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer verstärkten Überwachung von Pestizidbelastungen und ihrer Auswirkungen auf Bienenpopulationen und legen nahe, dass das aktuelle regulatorische System nicht ausreicht, um die Auswirkungen auf Nichtzielorganismen wie Bestäuber zu begrenzen.

 

Bienen nehmen zu, Blumen nehmen ab: Verstärkte Ressourcenbeschränkung vom späten Frühjahr bis zum Sommer in Agrarlandschaften

Diese Studie untersucht den saisonalen Mangel an Blütenressourcen für Wildbienen in landwirtschaftlichen Landschaften und betont die Bedeutung von zeitlich abgestimmten Maßnahmen zum Schutz der Bestäuber. In einem fünfjährigen Untersuchungszeitraum wurden Bienen und Blüten in 160 halb-natürlichen Lebensräumen mehrfach jährlich von Mai bis Juli erfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass die Blütenverfügbarkeit im Mai ihren Höhepunkt erreicht und danach bis Juli stark abnimmt. Sowohl Hummeln als auch solitäre Bienen sind im späteren Sommer stärker von einem Mangel an Blütenressourcen betroffen. Solitäre Bienen profitieren eher von lokalen Blütenressourcen, während Hummeln eine Landschaftsebene mit einer größeren Verfügbarkeit an Blütenressourcen benötigen. Die Autoren empfehlen, Maßnahmen zur Verbesserung der Blütenressourcen besonders für den Sommer zu ergreifen, insbesondere durch die Förderung blühender Weideflächen und anderer großflächiger Lebensräume.

 

Blühstreifen in Weinbergen: Förderung von Wildbienen

In dieser ETH-Masterarbeit wurde der Einfluss von angesäten Blühstreifen in Weinbergen auf die Häufigkeit und Vielfalt von Wildbienen untersucht und mit Weinbergen, die spontane Vegetation aufweisen verglichen. Die Studie wurde über zwei Jahre in 10 Schweizer Weinbergen durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass Blühstreifen sowohl das Blütenvolumen als auch die Diversität der Wildbienen signifikant erhöhen. Während die Vielfalt der Blüten positiv mit der Bienenvielfalt korreliert, hatte das Blütenvolumen selbst keinen wesentlichen Einfluss auf die Anzahl der Bienen. Die Studie schließt, dass Blühstreifen zur Förderung der Biodiversität beitragen, jedoch weitere Forschung erforderlich ist, um Pflanze-Biene-Interaktionen besser zu verstehen und Naturschutzstrategien in Weinbergen zu optimieren.

 

Risiko von Pflanzenschutzmitteln für Wildbienen in Weinbergen mit eingesäten Wildblumenstreifen im Vergleich zu Weinbergen mit natürlicher Vegetation

Auch diese Masterarbeit widmet sich Wildbienen in Weinbergen, setzt den Fokus jedoch auf die Auswirkungen von Pflanzenschutzmitteln (PSM). Untersucht wurden Weinberge in denen  Wildblumenstreifen gesät wurden sowie solche mit natürlicher Vegetation. Im Zentrum der Analyse stand die Frage, ob die Anwendung von PSM eine ökologische Falle für Wildbienen darstellt, indem sie zwar Nahrung durch Blumenstreifen anziehen, gleichzeitig aber durch die chemischen Mittel geschädigt werden. Die Studie zeigt, dass viele der verwendeten PSM potenziell toxisch für Wildbienen sind, obwohl die genauen Risiken je nach Bienenart und Anwendungsintensität variieren. Die Untersuchung weist darauf hin, dass Blühstreifen einerseits positive Effekte auf die Biodiversität haben, aber andererseits auch zu ökologischen Fallen führen könnten, da die Bienen verstärkt giftigen Stoffen ausgesetzt sind. Die Ergebnisse unterstreichen die Komplexität des Weinberghabitats und die Notwendigkeit, bei der Förderung von Blühstreifen auch die Risiken von Pestiziden zu berücksichtigen.

Kurse und Veranstaltungen

 

Anstehende, bienenrelevante Veranstaltungen finden Sie in unserem Infopool:

 

Bieten auch Sie Events mit Bezug zur Bienenförderung an? Lassen Sie es uns gerne wissen, damit wir auch Ihr Angebot weiterempfehlen können!

Mit bienenfreundlichen Grüssen,

Sebastian Hausmann-Z'graggen und Kiki Anrika Velychko

 

Foto: © Albert Krebs

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